Jetzt ist es wieder soweit. Die Leute zerbrechen sich den Kopf darüber, was sie zu Weihnachten schenken könnten und was sie sich wünschen. Tausende drängen in die Geschäfte und kaufen Geschenke.

Zum Teil kaufen sie Geschenke für Menschen, die sie lieben oder mögen und zum Teil auch für Menschen, die sie nicht mögen. Sie fühlen sich verpflichtet, ein Geschenk zu machen, aus was für Gründen auch immer. Was wäre, wenn man auf Pflicht-Geschenke verzichten würde? Ein interessanter Gedanke.

Zeit der Besinnung – aber an was?
Lasst uns doch mal wieder bewusst machen, um was es eigentlich geht. Lasst uns zur Besinnung kommen und klar werden, ob der ganze Stress, den wir da jedes Jahr veranstalten, nicht auch sinnlicher und unkonventioneller gestaltet werden könnte.

Weihnachten feiern wir bekanntlich zu Ehren von Jesus Christus, der da angeblich geboren wurde. Dies finde ich persönlich sehr schön. Und doch – was wollte man mit dem Fest erreichen? Jesus war für viele das Vorbild der Nächstenliebe. Doch was bringt es, gerade mal an zwei, drei Tagen im Jahr die Nächstenliebe zu zelebrieren? Und das womöglich nicht mal von Herzen? Denn, sind wir ehrlich, bei ganz vielen geht es an Weihnachten überhaupt nicht besinnlich und „nächstenlieb“ zu, sondern es ist eine Anhäufung von vordergründigen Nettigkeiten, bemühter Freundlichkeit und dem falschen oh-wie-toll-ist-dieses-Geschenk-Lächeln, der Harmonie zuliebe. Ganz ehrlich, bei vielen ist es nicht mehr das Fest der Besinnung, bei vielen ist es das Fest der Heuchlerei. Viele denken jetzt bestimmt … oh der arme Junge, der hat ein totales Weihnachtstrauma! Keine Sorge, ich kann euch beruhigen, dem ist nicht so. Ich möchte einfach, dass wir alle ein entspanntest Fest haben – ohne Druck und Angst, es könnte Streit geben, die Geschenke könnten nicht ankommen oder man würde jemanden enttäuschen.

Geschenke, Geschenke, Geschenke
Kurzum: Ich bin dafür, dass wir jeden Tag Weihnachten feiern, dass wir jeden Tag an die Nächstenliebe denken und damit selbst für andere zum Vorbild werden. Von mir aus könnte man tatsächlich auch ganz damit aufhören, Geschenke zu machen, nur weil es ein Tag wie Weihnachten, Geburtstag oder ein Jahrestag verlangt. Geschenke sollte man dann machen, wenn man Lust hat, etwas zu schenken. Man sollte nicht krampfhaft nach Geschenken suchen und schlussendlich eh wieder auf die altbewährten Dinge zurückgreifen, von denen man denkt, sie erfreuen den anderen. Das sind genau die Geschenke, die man selbst so langweilig findet, wenn man sie geschenkt bekommt. Wie viel arme Frauen bekommen Küchengeräte, Parfüm, Unterwäsche, Schals oder Schmuck geschenkt. Ja, bei Männern sieht es da schon einfacher aus: Unterhosen, Socken und ein Pullover. Wow, das reisst mich ja schon vom Hocker wenn ich es nur schon schreibe. Freuen wir uns nicht mehr, wenn wir Zeit mit den Liebsten verbringen ohne all den Stress? Wenn wir ihnen jeden Tag zeigen, dass sie uns wichtig sind? Und nicht nur an Weihnachten dem Ehemann eine Kravatte um den Hals hängen und sagen, „ich liebe dich“ … und am nächsten Tag hört er wieder „tu dies“, „mach das“, „jetzt sofort“ und „beweg dich mal“!?

Jeder Tag ist es Wert, Weihnachten zu sein
Setzt euch doch mal vor Weihnachten zusammen mit der Familie und fragt, wer den Weihnachtsstress noch möchte. Ob eine Tradition verändert werden kann indem zB keine Geschenke mehr gemacht werden? Ich denke, viele wären dankbar, man würde es mal ansprechen. So und falls du doch bei dem Geschenkstress mitmachen möchtest, hey dann schenke doch einfach ein Buch von mir :-). Das war ein Witz, spart euch die Kommentare zum Kommerz :-))).

Ich hoffe, du hast heute zwischen den Zeilen gelesen, was ich dir sagen möchte: Ich wünsche euch schöne, besinnliche Tage und zwar jeden Tag. Am Ende eines Ausbildungstages habe ich früher immer zu meinen Schülern gesagt: „Ich wünsche euch einen schönen Abend und schöne Weihnachten“. Die lachten dann immer und dachten, es sei ein Witz. Doch jetzt wisst ihr, warum ich das gemacht habe: Weil jeder Tag für mich ein Tag der Nächstenliebe ist und ich jeden Tag Weihnachten feiere :-).

Ich hoffe und wünsche mir, dass ich einige anregen konnte, mehr auf ihr Herz zu hören und ihr eigenes Leben zu leben.

Frohe Weihnachen euch allen!
Pascal Voggenhuber

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