Ja, ich glaube daran, dass jeder seine Berufung leben kann. Was sehr viele Menschen aber daran hindert, ist nicht das fehlende Können, nicht die fehlende Motivation, nicht die fehlende Bereitschaft und nicht einmal unbedingt der fehlende Mut – sondern der Zweifel. Wer bewusst oder unbewusst daran zweifelt, dass die eigene Berufung gelebt werden kann, der wird dies zu seiner Realität machen. Für unsere berufliche Erfüllung sind weder Gene, noch die Voraussetzungen, die wir im Leben erhalten haben, entscheidend.

Für mich ist ein Traumberuf auch nicht zwingend ein Beruf, in dem wir viel Geld verdienen, sondern für mich ist Berufung jener Beruf, bei dem wir einfach gerne arbeiten, egal wie die Bezahlung ist. Allerdings ist es schon so, wenn man seine Berufung lebt und etwas Durchhaltevermögen hat, dann wird das Geld sich dazugesellen. Denn dies brauchen wir ja auch zum Leben, somit ist es sicher wichtig. Doch über Geld und die Einstellung zum Geld werde ich zu einem späteren Zeitpunkt mal einen Blogpost machen.

Was liebe ich zu tun?
Wichtiger ist hier die Frage, wie man seine Berufung findet. Auch hierzu werde ich auf diesem Blog noch mehrfach schreiben, wenn es euch interessiert (Antworten gerne unten im Kommentarfeld). Der erste Schritt ist es, sich einmal bewusst zu machen, was einen wirklich glücklich macht – was dich erfüllt! Was würdest du so oder so machen, auch wenn du kein Geld dafür bekommen würdest? Vielen Menschen fällt es schwer, diese Fragen zu beantworten. Aber wer das nicht kann, kann die Berufung nicht finden. Versucht dann zu prüfen, ob ihr wirklich nach dem TUN sucht, das euch glücklich macht. Sucht nicht nach dem BERUF, der vermeintlich euer Traumberuf ist. Denn nicht selten sind es keine klassischen Berufsbilder, die uns im Herzen so richtig erfreuen.

Werdet zum Beobachter in eurem Alltag.
Wenn es euch noch immer schwer fällt, Dinge zu finden, die ihr zu tun liebt, dann beobachtet euch einmal einige Wochen lang ganz genau im Alltag. Zu welchen Gelegenheiten spürt ihr diese angenehme Zufriedenheit in euch? Diesen Frieden? Oder auch diese kribbelnde, aufputschende Energie, die euch in einen Glückszustand versetzt? Es können ganz kleine Momente sein, wenn ihr zum Beispiel einem Menschen einen Ratschlag gegeben habt, der ihn weitergebracht hat. Oder wenn ihr einen Event organisiert habt, ein Erfolgserlebnis hattet oder euer Kind liebevoll aus einem verzweifelten Frust herausbegleitet habt. Vielleicht spürt ihr das Gefühl auch auf Reisen, während der Ferien, während eines bestimmten Hobbys oder wenn ihr neue Menschen kennenlernt. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Beobachtet euch selber und notiert beispielsweise jeden Abend, ob ihr Glücksmomente erlebt habt und was genau die Situation war. Eine super spannende Möglichkeit, euch selbst besser kennen zu lernen.

Den eigenen Beruf Erfinden.
Und wenn man weiss, was einen richtig glücklich macht, dann wird daraus der neue Beruf. Genau, gestaltet den Beruf einfach selber, wenn es ihn noch nicht gibt. Wie gesagt, wir sollten nicht nach dem Beruf suchen, sondern zuerst die Dinge entdecken, die man gerne macht. Hier nenne ich euch ein Beispiel, damit ihr seht, wie man vorgehen kann. Zuerst noch eine Warnung: Ja, ich behaupte, jeder kann seinen Traumberuf finden und beruflich erfüllt werden. Aber ich sag auch, man muss etwas dafür tun und nicht zu Hause sitzen und auf sein Glück warten oder das Glück vor sich hin Manifestieren. Man muss seinen Hintern vom Sofa erheben und sich auf den Weg machen. Wer seine Berufung lebt, arbeitet oft mehr und intensiver als andere. Aber er ist glücklich dabei, ausgeglichen und fühlt sich wesentlich weniger ausgelaugt. Spätestens wenn du vergessen hast, Ferien zu planen, weisst du, dass du es geschafft hast, deine Berufung zu leben ;-). Man braucht kaum noch Urlaub, weil jeder Tag die Erfüllung ist.

Hier also das Beispiel.
Ein Junger Mann wollte unbedingt einen Sportwagen kaufen. Er war aber noch Student und hatte kein Geld. Er wollte von mir wissen, wie er das erreichen kann, in möglichst kurzer Zeit. Ich fragte: «Was kannst du?» «Rasenmähen!» war seine Antwort. Naja, damit lässt sich tatsächlich in kurzer Zeit nicht wirklich viel Geld verdienen. Ich fragte ihn weiter: «Was machst du gerne?» «Reisen, Urlaub, Reden und ich mag fremde Kulturen». Das klang schon vielversprechender. Ich fragte also weiter. «Möchtest du damit dein Geld verdienen?» Er schaute mich ungläubig an und fragte, wie man denn mit Urlaub Geld verdienen könne?! Ganz einfach: «Biete Reisen an, geh in Länder, die dich faszinieren, erkundige dich über die Kultur dort, spezielle Orte, stelle ein Programm zusammen und führe eine Reisegruppe dort hin und mache eine Reise.» So hast du alles was du gerne machst und verdienst dabei noch Geld.

Er lachte nur – mit den Worten «das geht doch nicht!» «Nein, es geht wirklich nicht. Zumindest nicht, wenn du NICHT daran glaubst! Probiere es und gebe alles dafür!» Er tat es wahrhaftig. Er hatte im kommenden Sommer zwei Reisen durchgeführt. Seine Freude war so gross und dies spürten seine Kunden. So hatte er nach wenigen Reisen seinen Sportwagen gekauft (war zwar nicht ganz neu) und absehbare Zeit später hatte er ein kleines Reisebüro eröffnet. Und heute noch, wo er sich längst einen nigelnagelneuen Sportwagen leisten kann und auch einige Angestellte hat, reist er noch selber mehrmals im Jahr mit einer Gruppe von Menschen in jene Länder, die ihn faszinieren. Er tut noch immer das, was er wirklich liebt: Reisen, Urlaub, Reden und sich über fremde Kulturen informieren.

Der liebe Zweifel.
Das Beispiel ist absichtlich etwas extrem gewählt. Es zeigt euch noch einmal auf, wie gerne unser Verstand zweifelt. Oder gehörst du zu den wenigen Menschen, die nicht daran zweifeln, dass ein Beispiel wie das obige so einfach machbar ist? Und wenn wir selbst nicht zweifeln, dann tun es andere für uns. Der Partner, die Familie, das Umfeld. Freunde, hört auf zu zweifeln. Versucht wenigstens herauszufinden, was denn – rein theoretisch – euer erfundener Traumberuf wäre. Und wer weiss, vielleicht packt es euch dann eines Tages doch und ihr wagt den Schritt in ein neues Lebenskapitel.

Wie sagt man so schön? Das Leben findet im Hier und Jetzt statt. Also wenn nicht jetzt – wann dann? Ich glaube an jeden von euch!

Liebe Grüsse
Pascal Voggenhuber

2 Kommentare
  1. Conny
    Conny sagte:

    Berufung und Ziele finden ist die größte Herausforderung. Nach über 2 Jahren Persönlichkeitsentwicklung , bin ich immer noch unsicher,ob ich auf dem richtigen Weg bin. Deine Beiträge sind super. Vielleicht kommt noch einmal ein Beitrag ,Buch, oder sogar ein Seminar, um den richtigen Weg für sich zu finden,ohne zu viel Zeit zu verlieren. Danke!

    Antworten
  2. Mirjam
    Mirjam sagte:

    Die grösste Frage für mich ist: Ist die Berufung wirklich dort, wo man Talent hat oder kann man sie auch woanders finden? Wenn man sein Talent nicht einsetzt, ist das denn nicht Verschwendung? Bei mir will das Herz eben nicht ganz dorthin, wo ich mein Talent habe.

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.